Tauchsafari Ägypten: Liveaboard-Abenteuer im Roten Meer

Das türkisblaue Wasser glitzert in der Morgensonne, während du vom Oberdeck des Safariboots auf das endlose Blau des Roten Meeres blickst. Stell dir vor, du wachst jeden Tag an einem neuen Tauchspot auf – heute die legendären Brother Islands, morgen vielleicht das berühmte Wrack der Thistlegorm. Eine Tauchsafari in Ägypten vereint genau diese Momente: absolute Freiheit auf dem Meer, erstklassige Tauchplätze fernab der Massen und Begegnungen mit Hammerhaien, Mantas und bunten Korallengärten. Das Rote Meer gilt nicht umsonst als eines der spektakulärsten Tauchreviere weltweit – kristallklare Sicht, angenehme Wassertemperaturen und eine Artenvielfalt, die ihresgleichen sucht. In diesem umfassenden Guide erfährst du alles über Routen, beste Reisezeiten, Kosten und die richtige Vorbereitung für dein Liveaboard-Abenteuer.

Was ist eine Tauchsafari in Ägypten?

Der Ablauf eines Liveaboards

Eine Tauchsafari in Ägypten bedeutet, dass du mehrere Tage auf einem speziell ausgestatteten Tauchschiff verbringst und dabei die schönsten Tauchplätze des Roten Meeres ansteuerst. Nach deiner Ankunft in Hurghada, Marsa Alam oder Port Ghalib erfolgt der Transfer direkt zum Hafen, wo dein schwimmendes Zuhause bereits wartet. Die meisten Safariboote bieten zwischen 20 und 24 Gäste Platz, wodurch eine familiäre Atmosphäre entsteht.

Der typische Tagesablauf beginnt früh: Nach dem ersten Kaffee folgt der Early-Morning-Dive, bevor das Frühstück serviert wird. Täglich stehen drei bis vier Tauchgänge auf dem Programm, wobei zwischen den Tauchgängen ausreichend Oberflächenpausen eingeplant sind. Die Vollpension an Bord umfasst alle Mahlzeiten und Snacks – du musst dich um nichts kümmern außer ums Tauchen. Abends ankert das Boot in geschützten Buchten, wo du den Sternenhimmel vom Sonnendeck aus genießen kannst.

Unterschiede zwischen Tauchsafari und Landbasiertem Tauchen

Der größte Vorteil einer Tauchsafari liegt in der Erreichbarkeit abgelegener Tauchspots. Während du bei einem Hotelaufenthalt täglich mit dem Tagesboot zu nahegelegenen Riffen fährst, erreicht ein Liveaboard auch die Brothers Islands oder das Daedalus Reef – Tauchplätze, die 80 Kilometer vom nächsten Hafen entfernt im offenen Meer liegen. Diese Distanzen wären mit täglichen Ausfahrten schlicht unmöglich.

Auf einer Safari lebst du direkt über den besten Tauchgründen Ägyptens. Kein frühmorgendlicher Transfer vom Hotel zum Hafen, keine langen Bootsfahrten – du wachst auf und bist bereits am Tauchplatz. Die Tauchplattform liegt nur wenige Schritte von deiner Kabine entfernt. Diese Zeitersparnis ermöglicht mehr Tauchgänge am Tag und entspanntere Oberflächenpausen.

Vorteile einer Tauchkreuzfahrt im Roten Meer

Die Flexibilität einer Tauchsafari ist unschlagbar. Der Kapitän kann die Route je nach Wetterbedingungen und Strömungen anpassen, um optimale Tauchbedingungen zu gewährleisten. Getaucht wird an den besten Spots zur besten Zeit – bei Landausflügen bist du an feste Abfahrtszeiten gebunden.

Die Unterwasserwelt zeigt sich dir in ihrer ganzen Vielfalt: Von den berühmten Wracks der Thistlegorm und Rosalie Moller über die steil abfallenden Wände der Brothers bis zu den Hamata Mangroves im Süden. Diese Abwechslung erlebst du nur auf einer Safari. Zudem profitierst du vom Komfort moderner Tauchschiffe mit klimatisierten Kabinen, großzügigen Aufenthaltsbereichen und professioneller Tauchausrüstung an Bord.

Product list

Eine Tauchsafari ist wie eine eigene kleine Welt auf dem Meer – morgens wachst du auf und das Abenteuer liegt direkt vor deiner Kabinentür.

– Iris Kozmuth, Gründerin von waterloverz

Die beliebtesten Tauchsafari-Routen in Ägypten

Nord-Route: Wracks und Riffe für Einsteiger

Die klassische Nordtour startet meist in Hurghada und führt dich zu den legendären Wracks des Roten Meeres. Die SS Thistlegorm, ein britisches Versorgungsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg, liegt in 32 Metern Tiefe und ist mit Motorrädern, Lastwagen und Munition beladen – ein Paradies für Wrackliebhaber. Diese historischen Tauchplätze sind nur per Tauchsafari erreichbar, da sie zu weit draußen für Tagesboote liegen (ETI.at).

Neben den Wracks erwarten dich farbenprächtige Korallenriffe wie Sha'ab El Erg, wo regelmäßig Delfine anzutreffen sind. Die Strömungen sind meist moderat, die Sichtweiten exzellent – perfekte Bedingungen für Taucher mit weniger Erfahrung. Auch Schnorchler kommen auf ihre Kosten, da viele Riffe bis knapp unter die Oberfläche reichen.

Brother Islands: Steilwände und Großfisch

Die Brothers bestehen aus zwei kleinen Inseln vulkanischen Ursprungs, die etwa 60 Kilometer vor der ägyptischen Küste liegen. Big Brother beeindruckt mit dem Wrack der Aida, das senkrecht an der Steilwand klebt, während Small Brother für seine Weichkorallengärten berühmt ist. Die exponierten Lagen bedeuten oft starke Strömungen, die Großfische anlocken.

Graue Riffhaie patrouillieren entlang der Steilwände, während Weißspitzen-Hochseehaie im Blauwasser ihre Kreise ziehen. Mit etwas Glück begegnest du sogar Fuchshaien in den frühen Morgenstunden. Die Tauchgänge hier erfordern Erfahrung – mindestens Advanced Open Water und 50 geloggte Tauchgänge solltest du mitbringen.

Daedalus & Elphinstone: Hammerhai-Garantie

Das Daedalus Reef, auch Abu el-Kizan genannt, ist ein ovales Riff mit Leuchtturm, das für seine Hammerhai-Schulen weltberühmt ist. Besonders in den frühen Morgenstunden ziehen die majestätischen Tiere in großen Gruppen vorbei. Ein Tauchgang am Daedalus bedeutet fast immer Großfischbegegnungen – neben Hammerhaien auch Seidenhaie und Weißspitzen-Hochseehaie (SACT, 2024).

Elphinstone, näher an Marsa Alam gelegen, bietet ähnlich spektakuläre Begegnungen. Das Plateau im Norden ist berühmt für Longimanus-Sichtungen, während die Südspitze oft von starken Strömungen umspült wird. Diese Südtouren sind nichts für Anfänger – die Tauchbedingungen können anspruchsvoll sein, belohnen aber mit unvergesslichen Erlebnissen.

St. Johns & Deep South: Unberührte Riffe für Fortgeschrittene

Die Deep South Safari führt dich zu den entlegensten Tauchgebieten Ägyptens. St. Johns besteht aus einem weitläufigen Riffsystem mit Höhlen, Durchgängen und Überhängen. Die Artenvielfalt ist überwältigend – von winzigen Nacktschnecken bis zu jagenden Barrakudaschwärmen findest du hier alles.

Rocky Island und Zabargad liegen noch weiter südlich und werden seltener angefahren. Die Belohnung: unberührte Korallenriffe, wie du sie sonst kaum noch findest. Mantas ziehen hier ihre Bahnen, während Schildkröten gemächlich an den Steilwänden grasen. Diese Routen dauern meist mindestens eine Woche und setzen fortgeschrittene Tauchfertigkeiten voraus.

Fische an einer Koralle

Beste Reisezeit für deine Ägypten-Tauchsafari

Klimatabelle: Wasser- und Lufttemperaturen im Jahresverlauf

Das Rote Meer verwöhnt Taucher ganzjährig mit angenehmen Bedingungen. Die Wassertemperaturen schwanken zwischen 22°C im Februar und 30°C im August. Von Juni bis September herrscht Hochsommer mit Lufttemperaturen um 35°C – bei leichtem Wind auf dem Oberdeck aber durchaus erträglich (SACT, 2024). Die kühleren Monate von Dezember bis März bieten angenehmere Temperaturen an Land, erfordern aber einen 5mm-Anzug oder sogar 7mm für kälteempfindliche Taucher.

Frühling und Herbst gelten als ideal: Die Wassertemperaturen liegen bei komfortablen 26-28°C, ein 3mm-Shorty wie der BECO-Neoprenanzug reicht völlig aus. Die Lufttemperaturen bewegen sich um angenehme 25-30°C – perfekt für Entspannung auf dem Sonnendeck zwischen den Tauchgängen.

Sichtverhältnisse und Strömungen nach Saison

Die beste Sichtweite erlebst du von Juni bis September, wenn das Wasser ruhig ist und Sichtweiten von 30-40 Metern keine Seltenheit sind. Planktonblüten im Frühjahr können die Sicht stellenweise auf 15-20 Meter reduzieren, locken dafür aber Mantas und Walhaie an.

Die Strömungsverhältnisse variieren je nach Tauchgebiet und Jahreszeit. An den Brothers und Daedalus können ganzjährig starke Strömungen auftreten – ideal für Drift-Dives und Großfischbegegnungen. Die geschützteren Nordrouten bieten auch bei Wind ruhigere Alternativen.

Tier-Highlights: Wann du Walhaie, Mantas und Hammerhaie triffst

Jede Jahreszeit hat ihre besonderen Highlights im Roten Meer. Hammerhaie sind ganzjährig an den Brothers und Daedalus anzutreffen, zeigen sich aber besonders häufig von Juni bis September in großen Schulen. Die frühen Morgenstunden bieten die besten Chancen – ein Grund mehr für den Early-Morning-Dive.

Mantas folgen dem Plankton und sind daher hauptsächlich von April bis Juni sowie im Oktober/November zu sehen. Die Putzerstation am Elphinstone ist ein Hotspot. Walhaie, die sanften Riesen, tauchen sporadisch das ganze Jahr auf, mit erhöhten Chancen während der Planktonblüte im Frühjahr. Longimanus-Begegnungen sind von Oktober bis Dezember am wahrscheinlichsten.

Voraussetzungen und Erfahrungslevel

Mindest-Zertifizierungen für verschiedene Routen

Für eine Tauchsafari in Ägypten benötigst du mindestens ein Open Water Diver Brevet. Allerdings beschränkt dich diese Grundausbildung auf die einfacheren Nordrouten und flacheren Tauchplätze. Die meisten Veranstalter verlangen für Safaris zu den Brothers oder nach Daedalus mindestens einen Advanced Open Water Diver mit 50 geloggten Tauchgängen.

Für die anspruchsvollen Südrouten solltest du über eine Rescue Diver Zertifizierung nachdenken. Viele der spektakulären Tauchplätze liegen tiefer als 30 Meter, weshalb eine Deep Diver Specialty sinnvoll ist. Nitrox-Zertifizierung wird dringend empfohlen – die meisten Safariboote haben Nitrox an Bord, was dir längere Grundzeiten ermöglicht.

Empfohlene Anzahl an Logbuch-Tauchgängen

Die Mindestanforderung von 25 geloggten Tauchgängen gilt für fast alle Tauchsafaris in Ägypten. Diese Erfahrung brauchst du, um mit wechselnden Bedingungen und mehreren Tauchgängen täglich zurechtzukommen. Für Einsteiger-Routen im Norden reichen 25-50 Tauchgänge aus.

Für die klassische Brothers-Daedalus-Route empfehle ich mindestens 75 Tauchgänge. Du solltest bereits Strömungserfahrung haben und dich im Blauwasser wohlfühlen. Deep South Safaris setzen 100+ Tauchgänge voraus – hier können die Bedingungen schnell wechseln und Flexibilität ist gefragt.

Spezielle Anforderungen für anspruchsvolle Tauchplätze

Einige Tauchplätze stellen besondere Herausforderungen dar. Das Enos Wrack an den Brothers liegt auf 80 Metern – hier sind Tek-Diving-Kenntnisse erforderlich. Für normale Sporttaucher bleibt der obere Teil des Wracks in 35-40 Metern zugänglich.

Strömungstauchgänge gehören zum Standard bei Ägypten-Safaris. Du solltest den Umgang mit Riffhaken beherrschen und wissen, wie man sich bei Strömung verhält. Ein eigener Tauchcomputer ist Pflicht, ebenso eine Signalboje (DSMB) für Sicherheitsstopps im Blauwasser. Viele Tauchgänge finden als Drift-Dives statt, bei denen das Zodiac die Taucher nach dem Auftauchen einsammelt.

Tauchsafari

Kosten einer Tauchsafari in Ägypten

Preisübersicht: Von Budget bis Luxus-Liveaboard

Die Preisspanne für Tauchsafaris in Ägypten ist enorm und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Budget-Safariboote bieten einfache Kabinen im Unterdeck mit Gemeinschaftsbad, während Luxus-Liveaboards mit geräumigen Suiten auf dem Oberdeck, eigenem Bad und Panoramafenstern aufwarten. Die Bootsgröße, das Baujahr und der gebotene Komfort spiegeln sich direkt im Preis wider.

Die Routenwahl beeinflusst ebenfalls die Kosten. Nordtouren sind generell günstiger als Südtouren, da die Anfahrt kürzer ist und weniger Treibstoff verbraucht wird. Eine Woche Brothers-Daedalus kostet mehr als eine Classic-Route ab Hurghada. Deep South Safaris mit ihrer langen Anfahrt und den Marineparkgebühren liegen preislich am oberen Ende.

Zusätzliche Gebühren: Marinepark, Nitrox, Trinkgeld

Neben dem Basispreis kommen verschiedene Zusatzkosten auf dich zu. Die Marineparkgebühren sind obligatorisch und variieren je nach Route. Für die Brothers-Daedalus-Tour fallen höhere Gebühren an als für die Nordroute. Diese Gebühren fließen in den Schutz der Riffe und werden direkt an die ägyptischen Behörden abgeführt.

Nitrox wird meist gegen Aufpreis angeboten – bei drei bis vier Tauchgängen täglich eine sinnvolle Investition. Das Trinkgeld für Crew und Guides ist in Ägypten üblich und wichtiger Bestandteil deren Einkommens. Als Richtwert gelten 30-35 Euro pro Person und Woche (ETI.at). Weitere Extras können sein: Leihausrüstung, alkoholische Getränke, Transfers außerhalb der Standardzeiten und Tauchversicherung.

Spartipps und Frühbucherrabatte

Die Nebensaison von Mai bis Juni und September bis Oktober bietet oft attraktive Preise bei hervorragenden Tauchbedingungen. Viele Veranstalter gewähren Frühbucherrabatte bei Buchungen mehrere Monate im Voraus. Gruppenrabatte ab vier Personen sind ebenfalls üblich.

Last-Minute-Angebote findest du manchmal vor Ort in Hurghada oder Port Ghalib, allerdings mit dem Risiko, dass deine Wunschroute bereits ausgebucht ist. Pauschalangebote inklusive Flug und Transfer können günstiger sein als Einzelbuchungen. Vergleiche auch die inkludierten Leistungen genau – manche Boote haben Nitrox oder Marineparkgebühren bereits im Preis enthalten.

Product list

Das richtige Liveaboard auswählen

Bootsstandards und Komfortkategorien

Die Auswahl des richtigen Safaribootes entscheidet maßgeblich über den Erfolg deines Tauchurlaubs. Standard-Klasse Boote bieten zweckmäßige Ausstattung mit Kabinen für zwei bis vier Personen, oft mit Etagenbetten. Superior-Klasse bedeutet mehr Platz, bessere Ausstattung und kleinere Gruppen. Luxusboote wie die Alia Soul beeindrucken mit liebevoll gestalteten Kabinen, individuellem Service und gehobener Küche .

Achte auf Details wie Kabinenposition (Oberdeck ist ruhiger), Klimaanlage (ein Muss im Sommer), und ob ein Doppelbett oder Einzelbetten vorhanden sind. Die Größe des Sonnendecks, schattige Bereiche und bequeme Sitzgelegenheiten machen den Unterschied bei mehrstündigen Oberflächenpausen. Ein geräumiger Kameraraum mit Lademöglichkeiten ist für Unterwasserfotografen essentiell.

Sicherheitsausstattung und Notfallpläne

Sicherheit sollte bei der Bootswahl oberste Priorität haben. Moderne Liveaboards verfügen über Rettungsinseln, Schwimmwesten für alle Gäste, Erste-Hilfe-Ausrüstung und Notfall-Sauerstoff. Ein funktionierendes Satellitentelefon oder Funkgerät für Notfälle ist Pflicht. Frage nach dem Evakuierungsplan – wie weit ist das nächste Krankenhaus, gibt es eine Kooperation mit DAN oder anderen Rettungsdiensten?

Die Qualifikation der Crew spielt eine zentrale Rolle. Die Tauchguides sollten die lokalen Bedingungen perfekt kennen und Rettungstauchgänge durchführen können. Ein ausgebildeter Erste-Hilfe-Verantwortlicher muss immer an Bord sein. Seriöse Anbieter führen vor dem ersten Tauchgang ausführliche Sicherheitsbriefings durch.

Gruppengröße und Tauchguide-Verhältnis

Die meisten ägyptischen Safariboote nehmen zwischen 16 und 24 Gäste auf. Kleinere Gruppen bedeuten familiäre Atmosphäre und flexiblere Tauchgangsplanung, größere Boote bieten oft mehr Komfort und Stabilität bei Seegang. Das ideale Verhältnis liegt bei maximal 6 Taucher pro Guide – noch besser sind 4:1 bei anspruchsvollen Tauchplätzen.

Frage nach der Aufteilung der Tauchgruppen. Werden Taucher nach Erfahrungslevel eingeteilt? Gibt es separate Gruppen für Fotografen? Flexible Veranstalter ermöglichen auch Buddy-Teams ohne Guide für erfahrene Taucher. Die Tauchplattform sollte groß genug sein, damit nicht alle gleichzeitig ins Wasser müssen – das vermeidet Stress und erhöht die Sicherheit.

Tauchausrüstung für deinen Ägypten-Urlaub

Hier findest du passende Tauchausrüstung für deinen Ägypten-Trip – ideal für das Rote Meer mit seinen warmen Temperaturen, farbenprächtigen Riffen und aufregenden Strömungen. Von Maske und Flossen über Neopren bis hin zu praktischem Zubehör bist du bestens ausgestattet für entspannte und sichere Tauchgänge.

Marine Life: Diese Meeresbewohner erwarten dich

Hammerhai

Großfische: Haie, Mantas und Rochen

Das Rote Meer ist berühmt für seine Großfischbegegnungen, und eine Tauchsafari maximiert deine Chancen. Hammerhaie in Schulen von 20-50 Tieren sind keine Seltenheit an Daedalus und den Brothers. Die besten Sichtungen hast du in den frühen Morgenstunden an den Plateaukanten, wo die Strömung Nahrung herantreibt.

Mantas mit Spannweiten bis zu sieben Metern gleiten majestätisch durchs Wasser. An Putzerstationen wie Elphinstone oder St. Johns kannst du sie minutenlang beobachten. Verschiedene Haiarten bevölkern die Riffe: Graue Riffhaie, Weißspitzen-Riffhaie, gelegentlich Tigerhaie und die scheuen Fuchshaie. Im Herbst ziehen Longimanus durchs Blauwasser – respektvolle Distanz ist hier geboten.

Wracks des Roten Meeres

Die Wracks des Roten Meeres sind lebende Geschichtsbücher. Die Thistlegorm, 1941 von deutschen Bombern versenkt, ist das berühmteste Wrack. In ihren Laderäumen findest du BSA-Motorräder, Bedford-Lastwagen und Munition – ein faszinierendes Zeitzeugnis. Die Rosalie Moller liegt etwas tiefer und ist weniger betaucht, dafür umso atmosphärischer.

Das Carnatic-Wrack bei Abu Nuhas besticht durch seine mit Weichkorallen überwucherte Struktur. Nach über 150 Jahren unter Wasser ist es zum künstlichen Riff geworden. Die Giannis D, ein griechischer Frachter, liegt spektakulär auf der Seite und ermöglicht Penetrationstauchgänge durch Maschinenraum und Brücke. Jedes Wrack erzählt seine eigene Geschichte.

Feuerfisch

Makro-Highlights und Riffbewohner

Neben den spektakulären Großfischen bietet das Rote Meer eine unglaubliche Vielfalt an kleineren Meeresbewohnern. Feuerfische in allen Größen schweben über den Riffen, während Steinfische perfekt getarnt auf Beute lauern. Die endemische Rotmeer-Anemonenfisch ist nur hier zu finden und verteidigt energisch sein Revier.

Nacktschnecken in allen erdenklichen Farben kriechen über die Korallen. Geisterpfeifenfische verstecken sich zwischen Weichkorallen, Seepferdchen klammern sich an Seegräser. Nachttauchgänge offenbaren eine völlig andere Welt: Spanische Tänzerinnen, jagende Muränen und schlafende Papageienfische in ihren Schleimkokons. Diese Vielfalt macht jeden Tauchgang zum Erlebnis.

Packliste für deine Tauchsafari

Tauchausrüstung: Was mitbringen, was leihen?

Deine persönliche ABC-Ausrüstung (Maske, Schnorchel, Flossen) solltest du immer selbst mitbringen – sie garantiert perfekten Sitz und Hygiene. Ein eigener Tauchcomputer ist Pflicht für Safaris, ebenso ein gut sitzender Tauchanzug. Für die meisten Monate reicht ein 3mm-Shorty oder 5mm-Anzug, im Winter empfehlen sich 7mm. Eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an Tauchausrüstung für Ägypten findest du hier.

Jacket und Atemregler kannst du meist an Bord leihen, allerdings schwankt die Qualität. Wenn du eigene Ausrüstung besitzt, bring sie mit – du kennst sie und weißt, dass sie funktioniert. Eine Tauchlampe ist essentiell für Nachttauchgänge und das Ausleuchten von Spalten. Riffhaken für Strömungstauchgänge werden oft gestellt, ein eigener schadet aber nicht.

Kleidung und persönliche Items

Auf einem Safariboot herrscht legere Atmosphäre – pack leicht und praktisch. Zwei bis drei T-Shirts, Shorts und ein warmer Pullover für windige Abende reichen völlig. Ein Windbreaker schützt bei der Zodiac-Fahrt. Denk an ausreichend Sonnenschutz: Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sind unverzichtbar.

Handtücher werden gestellt, aber ein eigenes Mikrofaser-Handtuch trocknet schneller. Flip-Flops oder Deck-Schuhe sind praktisch an Bord. Persönliche Medikamente, Ohrentropfen gegen Wasser im Ohr und eine kleine Reiseapotheke gehören ins Gepäck. Bargeld für Trinkgeld, Getränke und Souvenirs nicht vergessen – Kreditkarten werden selten akzeptiert.

Tipps gegen Seekrankheit und Kälte

Seekrankheit kann den schönsten Tauchurlaub verderben. Beginne die Prophylaxe bereits am Abend vor der Abfahrt. Ingwer-Tabletten, Akupressur-Armbänder oder verschreibungspflichtige Medikamente – teste vorher, was bei dir wirkt. Wähle eine Kabine mittschiffs im Unterdeck, dort spürst du die Bewegung am wenigsten.

Gegen Auskühlung nach mehreren Tauchgängen hilft warme Kleidung zwischen den Tauchgängen. Ein Fleece oder eine Windjacke solltest du immer griffbereit haben. Heißer Tee nach dem Tauchgang wärmt von innen. Manche Taucher schwören auf beheizbare Westen unter dem Tauchanzug. Eine Kopfhaube verhindert Wärmeverlust – auch im warmen Roten Meer sinnvoll bei vier Tauchgängen täglich.

Tauchsafari

Organisation der Tauchgänge an Bord

Tagesablauf und Tauchgangsplanung

Der Rhythmus einer Tauchsafari folgt dem Meer. Der Tag startet früh mit einem leichten Snack und Kaffee vor dem ersten Tauchgang. Nach 45-60 Minuten unter Wasser folgt das ausgiebige Frühstück. Der zweite Tauchgang findet meist gegen 10 Uhr statt, gefolgt vom Mittagessen und einer ausgedehnten Pause.

Am Nachmittag stehen je nach Route ein oder zwei weitere Tauchgänge an. Nachttauchgänge werden mehrmals pro Safari angeboten – ein besonderes Erlebnis, wenn die tagaktiven Fische schlafen und nachtaktive Jäger erwachen. In neun Tauchtagen kommen so leicht 29 Tauchgänge zusammen (SACT, 2024). Die Guides briefen jeden Tauchplatz ausführlich mit Skizzen und Hinweisen zu Strömungen und Highlights.

Sicherheitsbriefings und Check-Dives

Sicherheit hat oberste Priorität auf jeder seriösen Tauchsafari. Am ersten Tag erfolgt eine ausführliche Bootseinweisung: Notausgänge, Sammelplätze, Standorte der Rettungsausrüstung. Der obligatorische Check-Dive dient dazu, deine Bleimenge zu optimieren und die Ausrüstung zu testen. Gleichzeitig können die Guides dein Tauchniveau einschätzen.

Vor jedem Tauchgang folgt ein detailliertes Briefing. Die Guides zeichnen den Tauchplatz auf, erklären die geplante Route, weisen auf Gefahren hin und nennen maximale Tiefe sowie Tauchzeit. Handzeichen werden wiederholt, Buddy-Teams eingeteilt. Nach dem Tauchgang ist vor dem Tauchgang – im De-Briefing besprecht ihr Sichtungen und besondere Vorkommnisse.

Nitrox-Nutzung und Tauchcomputer

Nitrox ist auf Tauchsafaris fast schon Standard. Mit 32% oder 36% Sauerstoffanteil verlängert es deine Nullzeiten erheblich – bei vier Tauchgängen täglich ein enormer Vorteil. Die meisten Safariboote haben eine Nitrox-Membrananlage an Bord oder vorgemischte Flaschen. Du musst deine Nitrox-Zertifizierung vorzeigen und jede Flasche selbst analysieren.

Ein eigener Tauchcomputer ist nicht nur empfohlen, sondern meist vorgeschrieben. Er speichert dein individuelles Tauchprofil über mehrere Tage. Stelle ihn konservativ ein – die Sicherheit geht vor. Viele Taucher nutzen zwei Computer als Backup. Die Guides tauchen oft mit Nitrox, aber Luftcomputer-Einstellung für zusätzliche Sicherheit. Nach den Tauchgängen werden die Profile oft gemeinsam besprochen.

Häufig gestellte Fragen zur Tauchsafari Ägypten

Was ist so besonders an einer Tauchkreuzfahrt in Ägypten?

Eine Tauchkreuzfahrt im Roten Meer ermöglicht dir den Zugang zu abgelegenen Tauchplätzen wie den Brothers Islands oder Daedalus Reef, die für Tagesboote unerreichbar sind. Du wachst direkt über den besten Tauchgründen auf, sparst Zeit durch wegfallende Transfers und kannst bis zu vier Tauchgänge täglich absolvieren – dabei erlebst du eine unvergleichliche Vielfalt von Wracks über Steilwände bis zu Großfischbegegnungen.

Wann ist die beste Zeit zum Tauchen in Ägypten?

Die beste Reisezeit für eine Tauchsafari in Ägypten ist von April bis Juni und September bis November mit Wassertemperaturen um 26-28°C und angenehmen Lufttemperaturen. Hammerhaie zeigen sich vermehrt von Juni bis September, während Mantas hauptsächlich im Frühjahr (April-Juni) und Herbst anzutreffen sind.

Welche Tauchgebiete werden bei einer Tauchsafari besucht?

Die klassischen Routen umfassen:

  • Nordroute: Thistlegorm-Wrack, Rosalie Moller, Sha'ab El Erg
  • Brothers-Daedalus: Steilwände, Hai-Hotspots, Wracks der Aida und Numidia
  • Deep South: St. Johns Riffsystem, Rocky Island, Zabargad
  • Marsa Alam Region: Elphinstone Reef, Fury Shoals
Muss ich ein erfahrener Taucher sein oder kann auch ein Anfänger an einer Tauchsafari teilnehmen?

Für einfache Nordrouten reicht ein Open Water Diver Brevet mit 25 geloggten Tauchgängen. Brothers-Daedalus-Touren erfordern mindestens Advanced Open Water mit 50 Tauchgängen, während Deep South Safaris 100+ Tauchgänge und Strömungserfahrung voraussetzen – es gibt also für jedes Level passende Routen.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es an Bord des Schiffes?

Moderne Safariboote verfügen über Rettungsinseln, Schwimmwesten für alle Gäste, Notfall-Sauerstoff und Erste-Hilfe-Ausrüstung. Die Crew führt ausführliche Sicherheitsbriefings durch, qualifizierte Tauchguides begleiten die Gruppen, und es existieren klare Notfallpläne mit Satellitentelefon und Evakuierungsprotokollen für medizinische Notfälle.

Welche Meeresbewohner erwarten mich beim Tauchen im Roten Meer?

Das Rote Meer bietet spektakuläre Großfischbegegnungen mit Hammerhaischulen, Mantas, Longimanus und gelegentlichen Walhaien. An den Riffen findest du Delfine, verschiedene Rochenarten, Napoleon-Lippfische und eine bunte Vielfalt von Rifffischen – dazu kommen historische Wracks wie die Thistlegorm mit ihrer faszinierenden Ladung.

Kann ich als Schnorchler an einer Tauchsafari teilnehmen?

Einige Safariboote akzeptieren Schnorchler, besonders auf den Nordrouten mit flachen Riffen. Du kannst während der Oberflächenpausen schnorcheln, an speziellen Schnorchelplätzen ins Wasser gehen und oft Delfine beobachten – allerdings ist das Angebot primär auf Taucher ausgerichtet, weshalb du die Möglichkeiten vorab klären solltest.

Wie vermeide ich Seekrankheit auf einer Tauchsafari?

Beginne die Prophylaxe bereits am Vorabend mit Ingwer-Tabletten oder speziellen Medikamenten. Wähle eine Kabine mittschiffs im Unterdeck für minimale Schiffsbewegungen, fixiere den Horizont bei Unwohlsein, vermeide schwere Mahlzeiten vor der Abfahrt und nutze Akupressur-Armbänder – die meisten Gäste gewöhnen sich nach dem ersten Tag an die Bewegung.

Das Tauchen im Roten Meer bietet dir unvergleichliche Erlebnisse, die du nur auf einer Tauchsafari in ihrer ganzen Vielfalt erleben kannst. Von den legendären Wracks der Thistlegorm über die beeindruckenden Hammerhaischulen an den Brothers bis zu den unberührten Riffen im Deep South – jede Route hat ihre eigenen Highlights. Die Kombination aus komfortablem Leben an Bord, direktem Zugang zu abgelegenen Tauchplätzen und bis zu vier Tauchgängen täglich macht diese Art des Tauchurlaubs so besonders. Mit der richtigen Vorbereitung, passender Ausrüstung und der Wahl der für dein Erfahrungslevel geeigneten Route steht einem unvergesslichen Abenteuer nichts im Wege. Pack deine Taucherbrille ein und erlebe die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens hautnah – die Großfische, farbenprächtigen Riffe und historischen Wracks warten bereits auf dich.

Quelle:

https://www.sact.de/tauchsafari-rotesmeer-2024

https://de.wikipedia.org/wiki/Rotes_Meer

https://divemagazine.com/red-sea-special